1976 gründete ich zusammen mit meinem Bruder Thomas die damals "Jungen Klostertaler". Am 15. August 2010 gaben die "Klostertaler" in Klösterle dann ihr Abschiedskonzert im Rahmen der alljährlichen "Klostertaler Alpenparty". In den 34 Jahren dazwischen durfte ich mit meinen Klostertalern alles erreichen, wovon man als Bandleader einer volkstümlich ausgerichteten Formation nur träumen kann:

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- zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen
- mehrfache Echo-Nominierungen
- zweimaliger Gewinn des "Grand Prix der Volksmusik" (1993 und 2008)
- Gewinn des "Amadeus" Musik-Award (2010)
- Gewinn der "Goldenen Stimmgabel" (1996)
- rd. 10 Mio. verkaufte Tonträger
- rd. 3 Mio. Konzertbesucher
- u.v.m.

Im Oktober 2003 veröffentlichte ich ein Album unter dem Titel "Alpynia". Meditative Musik als wohltuender, hilfreicher Begleiter auf dem Weg zur inneren Einkehr. Ich wollte meditative Musik machen, die die Sprache des Herzens zu sprechen vermag. Quasi als musikalischer Ausgleich zur Klostertaler Volle-Power-Musik.

Ich darf mich als Musiker aus Leidenschaft bezeichnen, liebe die Bühne, das Publikum, die Musik und natürlich die Öffentlichkeit. Auch meine diversen Engagements als Moderator kann man aus dieser Perspektive sehen. Bei Sendungen von Radio Vorarlberg in den 90er Jahren über ORF-TV-Sendungen wie "Aufgegabelt in Österreich" bis zur ZDF-Serie "Ab in den Urlaub" durfte ich mich bereits auch als Radio- und TV-Moderator beweisen.

Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden im Klostertal. Die Murmeltiere schnüren nicht mehr an einem bestimmten Wochenende im Sommer ihr Ränzchen und wechseln das Tal, wenn der Almboden in Klösterle im Bassrhythmus vibriert und ihnen eine schlaflose Nacht im Erdloch bevorsteht. Es ist wieder etwas beschaulicher, denn die ‚Alpenparty‘ ist kleiner, überschaubarer, familiärer also somit Murmeltierkompatibler geworden. Und trotzdem oder vielleicht sogar deswegen, kommen die Fans immer noch Mitte August ins Klostertal.

Man ging im Guten auseinander. Es gab keinen Streit. Einige der Kollegen hatten andere Pläne und irgendwann will man auch nicht dauernd auf Achse sein. 34 Jahre sind ja auch kein Nachmittagsspaziergang. Der Abschied war nicht einfach.

Das Eine vorher abschließen, bevor etwas anderes begonnen werden konnte, das war mir stets wichtig. Ich habe nie an einen schleichenden Übergang gedacht, aber es war mir auch immer klar, dass ich nicht aufhören werde Musik zu machen. Wie auch, Musik ist mein Leben‘. Ein Leben, wo der Mensch auch bereit ist zu erkennen, dass man keine 20 mehr ist. Man wird auf eine bestimmte Art philosophischer, man will keine Bäume mehr ausreißen, sondern diese vielmehr umarmen. Man erkennt den tieferen Wert von Liebe, Freundschaft, Gesundheit und Lebensqualität. Es ist anders als in den stürmischen Zeiten. Party? Durchaus, aber sie muss nicht mehr rund um die Uhr gehen.

Ich bin ganz sicher kein anderer Mensch geworden, sondern einer der sich getraut öffentlich zu reifen. Das klingt eigenartig, aber als ein Künstler, der seit Jahren mit Happy Power Pop die Stimmung angeheizt hat, traue ich mich nun zu sagen, dass das nun nicht mehr das Wichtigste ist. Quasi „Ein Aufbruch zu neuen Ufern“ und ich freue mich riesig darüber, dass mir viele der Klostertaler-Fans auf diesem meinem Weg gefolgt sind. Somit muss man sich um das Neue oder die Zukunft keine Sorgen machen. Das oder die kommt ganz von selbst.

Bis hoffentlich bald irgendwo, irgendwann,

Euer
Markus